Anstellungs-Vertrags-Rechtsschutzversicherung

Für die Versicherung der hohen Rechtskosten, welche Organmitgliedern bei Rechtsstreitigkeiten aus dem Anstellungsverhältnis entstehen, müssen diese persönlich die Prämie zahlen. Versicherer schließen dieses Risiko regelmäßig nur in Kombination mit anderen Manager-Rechtsschutz oder D&O-Versicherungen ab, welche vom Unternehmen bezahlt werden. Das Produkt ist von der wesentlich günstigeren Arbeits-Rechtsschutz-Versicherung zu unterscheiden, die für Arbeitnehmer unterhalb der Organebene angeboten wird.



D&O (Directors & Officers Liability, Vermögensschaden-Haftpflicht-Versicherung für Organe und leitende Angestellte)

Die D&O-Versicherung bietet Versicherungsschutz für die Haftung von Organen (Vorstände, Geschäftsführer, Aufsichtsräte, Beiräte) und leitenden Angestellten für Vermögensschäden. Die Versicherungsnehmerin ist eine juristische Person, also zumeist eine GmbH oder eine AG. Auch Personengesellschaften können ihr organhaftungsähnliches Risiko abdecken. Die Tochterunternehmen werden automatisch eingeschlossen. Die D&O-Versicherung deckt sowohl die Kosten der Abwehr unberechtigter als auch die Befriedigung berechtigter Schadenersatzansprüche.

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D&O-Einzelpolice

Es handelt sich um eine D&O. Die Besonderheit ist dabei, dass die Prämie nicht vom Unternehmen bezahlt wird. Versicherungsnehmer und Prämienschuldner ist der einzelne Manager.



D&O-Selbstbehalt-Versicherung

Es handelt sich um eine D&O-Einzelpolice, welche teilweise auf Rechtskosten begrenzt ist, teilweise aber auch eine Haftpflichtdeckung bietet. Wir beraten Sie gerne, insbesondere bezüglich der mit dem Abschluss dieses Produktes verbundenen PR-Risiken.



EPL (Employment Practices Liability-Versicherung, EPLI)

Die EPL-Versicherung bietet Versicherungsschutz für Schadenersatzansprüche ehemaliger, gegenwärtiger und zukünftiger Arbeitnehmer im Zusammenhang mit:

  • Diskriminierung,
  • sexueller Belästigung,
  • rechtswidriger Kündigung

und anderen Anspruchsgrundlagen aus dem Anstellungs- oder Bewerbungsverhältnis.



Fiduciary Liability (Pension Trust Liability-Versicherung, PTL)

Die Fiduciary (oder auch Pension Trust Liability) bietet Versicherungsschutz für die Personen, die mit der Verwaltung, Geschäftsführung oder Kontrolle der Pensionssondervermögen betraut sind. Es ist eine kombinierte D&O- und E&O-Versicherung für rechtlich verselbständigte Pensionssondervermögen.



IPO (Initial Public Offering, Prospekthaftungsversicherung, Public Offering of Securities Insurance (POSI))

Prospekthaftungsversicherungen bieten Versicherungsschutz für das Prospekthaftungsrisiko des emittierenden Unternehmens und seiner Organe sowie der verantwortlich handelnden Personen im Falle einer Emission von Wertpapieren.



Kombinationspolicen

Es gibt bei den Financial Lines viele Kombinationsprodukte, welche von verschiedenen Versicherern bereits als zusammengefasste Allgemeine Versicherungsbedingungen (AVB) angeboten werden. Im Einzelfall können auch individuelle Kombinationslösungen vereinbart werden. Es gibt hier eine Vielzahl von Möglichkeiten, welche regelmäßig Kosten-, Leistungs- und Vereinfachungsvorteile bieten. Sie müssen aber auch kritisch mit den alternativen Einzellösungen verglichen werden. Darin liegt oft das Problem. Eine abschließende Aufzählung ist nicht möglich. Vieles ist machbar. Ausgangspunkt ist aber das individuelle Risikoprofil und Versicherungsbedürfnis des Kunden.



KR&E (Kidnap, Ransom & Extortion-Versicherung)

Die Kidnap, Ransom & Extortion-Versicherung bietet Versicherungsschutz im Falle der Entführung und Erpressung von Familien- oder Unternehmensangehörigen.

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ODL (Outside Directorship Liability-Versicherung)

Das versicherte Risiko ähnelt dem der D&O. Versichert sind aber nur Kontrollmandate in Aufsichts- und Beiräten von konzernfremden Unternehmen. Die D&O schließt alle Organmandate innerhalb des Konzerns ein, nicht hingegen die externen Kontrollmandate. Regelmäßig wird dieses Risiko als Besondere Bedingung zur D&O eingeschlossen.



Produkterpressungsversicherung

Bei der Produkterpressung werden Unternehmen Opfer einer Erpressung. Mit der Drohung, Produkte oder andere Sachen des Unternehmens zu beschädigen, zu zerstören oder zu verunreinigen, soll das Unternehmen zu einer Lösegeldzahlung an die Erpresser bewegt werden. Mit diesem Risiko beschäftigt sich die Produkterpressungsversicherung. Das Lösegeld ist dabei regelmäßig der kleinere Teil des Risikos. Umsatz- und Reputationsverluste sowie Risikomanagement sind weitere Themen in dieser Versicherungssparte.



Strafrechtsschutzversicherung (Industrie-Strafrechtsschutzversicherung)

Bei der Strafrechtsschutzversicherung trägt der Versicherer die Kosten, welche den Organmitgliedern und allen sonstigen Betriebsangehörigen der Versicherungsnehmerin und der Tochterunternehmen entstehen, wenn gegen sie Ermittlungs-, Straf-, Ordnungswidrigkeits-, disziplinar- oder standesrechtliche Verfahren betrieben werden.



Top-Manager-Rechtsschutz-Versicherung

Es handelt sich hierbei um ein Kombinationsprodukt aus

  • Anstellungs-Vertrags-Rechtsschutzversicherung,
  • Vermögensschaden-Rechtsschutzversicherung und
  • Strafrechtsschutzversicherung.




Vermögensschaden-Haftpflicht-Versicherung (VHV bzw. Errors & Omissions E&O-Versicherung)

Die bekanntesten Vermögensschaden-Haftpflichtversicherungen sind diejenigen für die Rechtsanwälte, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer. Aber auch viele andere Dienstleister und Branchen können sich gegen das Risiko, aus ihrem Tagesgeschäft heraus Dritten Vermögensschäden zuzufügen, mit einer VH- bzw. E&O-Deckung absichern. Bei größeren Risiken wie z.B. denen der Finanzdienstleister und der IT-Branche ist entsprechend auch der Beratungsbedarf höher.



Vermögensschaden-Rechtsschutzversicherung

Die Vermögensschaden-Rechtsschutzversicherung ähnelt der D&O-Versicherung mit dem wesentlichen Unterschied, dass nur die Rechtskosten und nicht die Vermögensschäden versichert sind. Aufgrund dieses eingeschränkten Leistungsumfanges wurde sie von der D&O-Versicherung weitgehend verdrängt. Sie ist heute interessant für nicht versicherbare D&O-Risiken oder zur Ergänzung von Lücken, welche in der D&O-Versicherung z.B. durch Ausschlüsse oder Selbstbehalte entstehen.



VSV (Vertrauensschadenversicherung, Crime, Bankers Blanket Bond BBB)

Die Vertrauensschadenversicherung ersetzt Vermögensschäden, die von Vertrauenspersonen vorsätzlich durch unerlaubte Handlungen verursacht werden, insbesondere solche aus Unterschlagung, Diebstahl, Betrug, Urkundenfälschung, Computerbetrug sowie aus sonstigen Veruntreuungen. Auch Schäden durch Eingriffe von Hackern werden durch die Versicherung teilweise abgedeckt. Als Vertrauenspersonen gelten grundsätzlich alle Arbeitnehmer einschließlich Aushilfen und Praktikanten sowie Geschäftsführern, Vorstandsmitglieder, Zeitarbeitskräfte und Personen, die in arbeitnehmerähnlichen Positionen im versicherten Unternehmen beschäftigt sind (z.B. Sicherheits-, Wartungs- und Reinigungspersonal).

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W&I (Warranties & Indemnities-Versicherung)

Üblicherweise bietet die Warranties & Indemnities-Versicherung Schutz im Falle des Unternehmenskaufs oder –verkaufs für vertragliche Garantieerklärungen im Kaufvertrag und die Haftung des Garantierenden im Sale & Purchase Agreement. Außerdem können Eigen- und Drittschäden inklusive Abwehrkosten versichert werden.